
Dr. med. Stefan Kley
Facharzt für Neurologie
Spezialambulanz für Long-COVID und andere postakute Infektionssyndrome sowie ME/CFS
Seit Herbst 2021 beschäftige ich mich intensiv mit Long COVID und dem Chronic Fatigue Syndrom. An meiner klinischen Arbeitsstelle habe ich ein Programm zur Rehabilitation von Menschen mit diesem und ähnlichen postinfektiösen Syndromen entwickelt, das laufend an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst wird.
Für viele Betroffene besteht aber im ambulanten Bereich weiterhin eine Versorgungslücke. Hier biete ich eine umfassende Beratung und Behandlung in Bad Griesbach im Rottal an.
Genesen - aber nicht gesund?
Wenn COVID nicht mehr aufhört
Nach dem Abklingen der akuten Erkrankung an COVID-19 bleiben bei manchen Menschen noch für längere Zeit eine Vielzahl von Beschwerden zurück, die häufig auch das Nervensystem betreffen. Die gebräuchlichste Bezeichnung für diese Krankheit ist "Long COVID". Ähnliche Symptome können auch nach Impfungen auftreten und werden dann als Post-Vac-Syndrom bezeichnet. Beide Syndrome haben nach aktuellem Verständnis eine ähnliche Pathophysiologie. Beide können bei monatelangem Fortbestehen in einem Chronic Fatigue Syndrom (CFS) münden.
Was ist Long COVID
...und wie entsteht es?
Lopez-Leon et al., 2021
doi: 10.1038/s41598-021-95565-8
Long COVID ist ein Syndrom überwiegend indirekter Konsequenzen einer vom Organismus nicht vollständig bewältigten Infektion mit SARS-CoV-2. Das Virus und seine Bestandteile können mit vielen Strukturen im Körper interagieren. Zudem können latent im Körper verbliebene Erreger früherer Infektionen wie z.B. EBV reaktiviert werden. Eine Funktionsstörung von Zellen des angeborenen Immunsystems befördert chronisch-entzündliche und autoimmune Vorgänge. Dabei können sich neue Unverträglichkeitsreaktionen entwickeln, eine veränderte Darmflora, Fehlregulationen des autonomen Nervensystems und des Kreislaufs sowie Gerinnungsstörungen mit Beeinträchtigung des Gasaustauschs in den Organen. Es kann zu Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen kommen, zu Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit, zu Schlafstörungen und zu einer erhöhten Infektanfälligkeit.
Als häufigstes der vielen möglichen Symptome findet sich die sogenannte Fatigue, eine unverhältnismäßig stark ausgeprägte Erschöpfbarkeit. Wenn diese schon nach minimaler, früher problemlos tolerierter körperlicher oder geistiger Anstrengung auftritt und mit einer Verschlechterung weiterer Symptome einhergeht, liegt möglicherweise eine "post-exertionelle Malaise“ (PEM) bzw. "post-exertionelle neuroimmune Erschöpfung" (PENE) vor, das wesentliche Kriterium des Chronic Fatigue Syndroms.
Wie bei anderen postviralen Fatigue-Syndromen sind auch bei Long COVID die Ergebnisse von Standard-Labortests und geläufigen technischen Untersuchungen häufig unauffällig. Solche Befunde sind hilfreich, um mögliche Alternativdiagnosen auszuschließen; in Bezug auf Long COVID führen sie aber oft nicht weiter. Daher existiert inzwischen eine Vielzahl von mehr oder weniger seriösen und aussagekräftigen Tests, deren Auswahl und Interpretation herausfordernd sein kann.
Mein Angebot
Kompetenz und Sorgfalt
Die Ausprägung von Long COVID ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Deshalb lege ich Wert auf ein ausführliches Gespräch und eine sorgfältige Untersuchung, die auch kognitive und vegetative Funktionsstörungen erfasst und die soziale und berufliche Situation der Patienten berücksichtigt. Die vollständige Anamnese aller Beschwerden wird durch Erfassungsbögen gestützt, die in aller Ruhe vor dem Termin ausgefüllt werden können. Bereits vorliegende Befunde werden eingeordnet, ergänzend sinnvolle Laboruntersuchungen können vereinbart werden, z.B. zur Unterscheidung von hypo- und hyperinflammatorischen Verlaufsformen oder zum Nachweis von Autoantikörpern und Störungen im zellulären Immunsystem. Die Diagnostik von Fatigue und CFS erfolgt anhand international anerkannter Instrumente und Kriterien. Die medizinisch fundierte Interpretation alle Befunde ist dann die Grundlage für eine individuelle Behandlungsempfehlung.
Bei der Erholung von Long COVID und anderen postinfektiven Fatigue-Syndromen korreliert die Anzahl der vorliegenden Symptome häufig mit der Zeit, die eine erfolgreiche Behandlung in Anspruch nimmt. Viele Betroffene, die anfangs mit einer kurzfristigen Erkrankung gerechnet haben, müssen ihren Lebensstil anpassen, um die schleppende Genesung zu bewältigen. Die Erkrankung ernst zu nehmen und den Patienten ihre Beschwerden "abzunehmen“ ist von grundlegender Bedeutung. Eine sorgfältige Aufklärung über die Erkrankung kann dazu beitragen, auch im Umfeld der Patienten eine unterstützende Akzeptanz herzustellen.
Die Behandlung zielt darauf ab, den Ursachen einer Immunaktivierung zu begegnen, Mangelzustände auszugleichen und Symptome der Erkrankung zu lindern. Bei Fatigue fokussiert die Behandlung zunächst auf Strategien zur Aufrechterhaltung der Alltagsfunktionen. Es ist wesentlich, Stress und Beanspruchungen über die anfangs oft engen Grenzen der körperlichen und geistigen Belastbarkeit hinaus zu vermeiden, um Kapazitäten für eine allmähliche Verbesserung des Leistungsvermögens zu gewinnen. Das Auftreten von PEM / PENE zu verhindern ist Voraussetzung der weiteren Genesung.
Es gibt zahlreiche Ansatzpunkte für die Behandlung von Schlafstörungen und Schmerzen, aber auch für die Störungen von Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnis, die Störungen der Regulation von Kreislauf und vegetativem Nervensystem und die Überaktivierung von Immunzellen, die hinter allergischen Beschwerden, Schmerzen und Verdauungsstörungen stehen kann. Welche Ernährungsformen, Medikamente, Mikronährstoffe, Hilfsmittel, Übungen und sonstigen Behandlungsverfahren im Einzelfall wirken, muss getestet und aufmerksam beobachtet werden.
Termine und Honorare
Termine erhalten Sie nach telefonischer Vereinbarung (Kontaktdaten siehe "Über mich"). Anfragen per E-Mail werden so rasch wie möglich beantwortet. Menschen mit eingeschränkter Mobilität biete ich telemedizinische Konsultationen an. Bei medizinischer Notwendigkeit und zeitlicher Verfügbarkeit führe ich auch Hausbesuche in der näheren Umgebung durch.
Ich bin kein Vertragsarzt der gesetzlichen Krankenkassen (wie AOK, BKK, Barmer u.a.). Als Privatarzt behandle ich Sie auf der Grundlage eines unmittelbar zwischen Ihnen und mir geschlossenen Behandlungsvertrags. Wir entscheiden gemeinsam, welche Diagnostik und Behandlung für Sie in Frage kommt. Dabei bin ich nur Ihnen und dem Stand der medizinischen Wissenschaft verpflichtet. Ich nehme mir für Sie die Zeit, die Sie brauchen.
Für meine Behandlung stelle ich Ihnen eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Für ein Erstgespräch von 60 Minuten, Untersuchungen und einen ausführlichen Bericht wird das Honorar etwa € 190 betragen, für weitere Termine (30 Min.) ca. € 130. Die Rechnung wird von deutschen Privatkrankenversicherungen oder der Beihilfe für Beamte in der Regel voll anerkannt und übernommen.
Kosten für bei (Spezial-) Laboren in Auftrag gegebene Untersuchungen werden von diesen direkt in Rechnung gestellt.
Dr. S. Kley
